von Peter Shaffer

Der Inhalt

Notiz zum Stück von Peter Schaffer

"An einem Wochenende, vor mehr als drei Jahren, fuhr ich mit einem Freund durch eine öde Landschaft. Wir kamen an einem Reistall vorbei. Plötzlich erinnerte sich der Freund an ein schreckliches Verbrechen, von dem er kürzlich bei einer Abendgesellschaft in London gehört hatte. Er wußte nur eine Einzelheit, und was er überhaupt davon erwähnte, hat allenfalls eine Minute gedauert, aber es fazinierte mich so sehr, daß es mich nicht mehr losließ.

Die Tat war vor einigen Jahren von einem psychisch schwer gestörten Jungen begangen worden. Sie hatte die örtlichen Behörden zutiefst schockiert. Man fand schließlich keine zusammenhängende Erklärung.

Wenige Monate später starb mein Freund. Ich konnte seine Geschichte nicht überprüfen oder ihn bitten, mehr zu erzählen. Er hatte mir keine Namen genannt und nicht gesagt, wann und wo es passiert war. Ich hatte nur den Bericht von einer grauenvollen Begebenheit und dieses Gefühl, das sie in mir hervorrief.

Ich wußte sehr bestimmt, daß ich sie irgendwie, auf ganz persönliche Weise deuten wollte. Ich mußte eine psychische Welt schafften, die das Verbrechen verständlich machen würde. Alle Personen und Ereignisse, die in "Equus" vorkommen, sind von mir erfunden - außer das Verbrechen selbst. Und sogar das habe ich verändert gemäß meinen Vorstellungen von einer theatralischen Form. Ich bin inzwischen froh, daß ich niemals sichere Einzelheiten über den konkreten Fall erfahren habe, weil es mir mehr und mehr um eine ganz andere Art von Untersuchung ging. Bei der abschließenden Arbeit am Stück hat mir ein hervorragender Kinderpsychiater mit seinem Rat und seinen Fachkenntnissen beigestanden. Mit seiner Hilfe habe ich versucht, die Vorgänge "real" zu halten. Ich habe dabei auch gelernt, daß Psychiater ungeheuer verschieden sind und auf ungeheuer verschiedene Methoden und Techniken schwören.

Martin Dysart ist schlicht ein Arzt in einem Krankenhaus. Ich muß die Verantwortung für ihn übernehmen - wie für seine Patienten."

Es spielen

  • Martin Dysart: Horst Maßholder
  • Alan Strang: Thomas Weber
  • Frank Strang: Fredi Baumgart
  • Dora Strang: Marie-Luise Herkommer
  • Hesther Salomon: Monika Schlaphof
  • Jill Mason: Carola Class, Barbara Fink
  • Harry Dalton / Reiter: Fridolin Stülpnagel
  • Krankenschwester: Annemarie Eberhardt
  • Inszenierung / Regie: Horst Maßholder
  • Souffleuse: Karin Huber
  • Beleuchtung: Sergej Parapanov
  • Gestaltung / Design: Jürgen Redelius

Premiere

Premiere: 24. Juni 1995
Vorstellungsdauer: ca. 2 1/4 Std.
Pause nach dem 1. Akt
wird nicht mehr aufgeführt