2009 - In Zusammenarbeit mit der Stadt Asperg Theaterprojekt "Die Prinzessin auf der Erbse" für Kinder und Erwachsene
Mit Unterstützung der Stadt Asperg bietet das Glasperlenspiel ein neues Theaterprojekt zur Gewaltprävention für Kinder im Grundschulalter an. Ab März 2009 werden im Rahmen der Entwicklung des Theaterstücks „Die Prinzessin auf der Erbse“ (von Heiner Schnitzler) Themen wie Gewalt, Mut, Hoffnung, Liebe theaterpädagogisch aufgearbeitet und umgesetzt. Das Theaterprojekt wird geleitet von der erfahrenen Regisseurin und Schauspielerin Lisa Kraus. Das Projekt ist speziell für Kinder im Grundschulalter konzipiert und findet im Rahmen der Maßnahmen zur Gewaltprävention der Stadt Asperg statt. Auch das Schulamt Ludwigsburg unterstützt das Projekt.
Worum es geht: Nach dem Gesetz fällt das ganze Land in die Hände der kalten und bösen schwarzen Königin, sollte der Prinz bis zu seinem 18. Geburtstag keine wahre Prinzessin geheiratet haben. Nach seiner Suche um die ganze Welt, kehrt der Prinz mit seinem Dolmetscher Mossi Schack verzweifelt in die Heimat zurück. Nirgends konnten sie eine wahre Prinzessin finden. Es bleibt nicht mehr viel Zeit! Die schwarze Königin fordert schon triumphierend die Übergabe des Landes für den nächsten Tag, dem 18. Geburtstag des Prinzen. Zufällig findet Mossi Schack heraus, dass doch noch nicht alle Hoffnung verloren ist, denn eine wahre Prinzessin gibt es wohl doch noch. Aber wer ist sie? Welche Rolle spielt die böse Zauberin? Was hat die freche Kinderbande damit zu tun? Und vor wem fürchtet sich die schwarze Königin? Wird es dem Prinzen gelingen, seine wahre Prinzessin noch rechtzeitig zu erkennen und somit sein Königreich vor der schwarzen Königin zu beschützen? Und was hat das alles mit einer Erbse zu tun?
Ziele des Theaterprojekts:
- sich in der Gemeinschaft erleben und engagieren
- positive Vorbilder erkennen und erfahren
- für eigene Ideen und Vorstellungen eintreten
- Schulung der Ausdrucksmittel: Eigene Möglichkeiten erkennen und Spielräume schaffen
- Umgang mit Gefühlen: Was für das Theater sensibilisiert, sensibilisiert auch für das Leben.
Proben und Aufführung: Probenbeginn ist am Montag, 16. März 2009. Die Proben finden immer montags statt zwischen 16.00-18.00 Uhr (veränderte Uhrzeit!). Die Proben finden auch während der Schulferien für Daheimgebliebene statt. Das Theaterstück ist konzipiert für 15 Schülerinnen und Schüler im Alter von 6-10 Jahren. Ab den Sommerferien werden zusätzlich fünf Erwachsene in das Theaterprojekt einsteigen. Das Projekt beginnt im März 2009 und endet im November 2009 mit der öffentlichen Aufführung des Theaterstücks im Glasperlenspiel an folgenden Terminen:
- 29. November 2009, 15 Uhr
- 05. Dezember 2009, 15 Uhr
- 13. Dezember 2009, 15 Uhr
- 19. Dezember 2009, 15 Uhr
Eine Teilnahme an diesen Aufführungsterminen ist verpflichtend.
Teilnahmegebühr: Wir erheben pro Schüler monatlich eine Teilnahmegebühr von 10 Euro, die vom Konto des Erziehungsberechtigten abgebucht wird.
Bericht beim Kulturkatalysator über "Die Prinzessin auf der Erbse" (Juni 2009)
Kinderreporterin Leo führt ein Interview mit Lisa Kraus, Schauspielerin, Theaterpädagogin und Regisseurin, die ein Theaterprojekt mit Kindern und Erwachsenen im Asperger Glasperlenspiel
Leo: Wie sind Sie zum Schauspielern gekommen? Lisa Kraus: Ursprünglich wollte ich tanzen, aber damit musste man damals sehr früh anfangen und ich war damals schon zu alt, damit war das erstmal ausgeschlossen. Als ich ins Theater ging, war ich fasziniert davon. Da drückt man Gefühle aus, Wut oder Liebe..., so kam ich zum Schauspielern.
Leo: Wie lange schauspielern Sie schon? Lisa Kraus: Es sind jetzt schon 30, vielleicht schon 35 Jahre.
Leo: Führen Sie im Moment mehrere Projekte durch? Lisa Kraus: Ja, ein Projekt in der Rommelmühle und ich trete auch bei Konzertlesungen auf.
Leo: Das Stück ist ja abgewandelt von dem Märchen „Die Prinzessin auf der Erbse“. Was wurde verändert? Lisa Kraus: Es wurde modernisiert und etwas verändert und ein paar neue Personen eingesetzt. Das Stück ist nicht mehr so märchenhaft, sondern mehr in die Realität geholt.
Leo: Haben Sie das Stück selber verändert? Lisa Kraus: Dieses Stück hat Heiner Schnitzler geschrieben. Zum Teil haben aber die Kinder einige Stellen, die sie im Stück sagen, selber erfunden, z.B. in den Szenen mit der Kinderbande.
Leo: Wie kam es zu diesem Projekt? Lisa Kraus: Die Stadt und das Ludwigsburger Schulamt fördern das Projekt. Voraussetzung war, dass man sich mit dem Thema Gewalt und Konflikten beschäftigt. Mir selbst ist es wichtig, dass Kinder erleben können, dass gewalttätig zu sein nichts Normales ist. Über das Spiel kann man fördern, dass Kinder die Welt auch anders erleben. Ich sehe, dass die Kinder in der Theatergruppe auch Kameradschaft umsetzen und sich gegenseitig helfen. So wie im Stück sich das „Gegeneinander“ in ein „Miteinander“ umwandelt.
Leo: Spielen Sie auch mit im Stück? Lisa Kraus: Nein, ich führe Regie, leite an beim Spiel und bei den Proben. Anne Götz, die eine Clownsausbildung hat, ist mir bei den Proben eine große Hilfe, sie spielt auch selbst im Stück mit.
Die Kinderreporter Finn, Ole und Josch machen bei diesem Projekt mit und können uns etwas zu den Proben erzählen.
Zum Theaterspielen und Übungen dazu in den Proben....
Finn: Sie hat uns zuerst erklärt, was wichtig ist beim Theaterspielen: Laut und deutlich zu sprechen und zu den Zuschauern drehen. Dann gibt es Phasen: 1. Phase: Entdecken, 2. Phase: „Wir brauchen einen Plan“, 3. Phase: „Wir holen das“ - dies ist bei einer Szene. Ole: Wir haben uns in Gruppen aufgeteilt und eigene Szenen zu einem bestimmten Thema überlegt, z.B. „böse“ oder „sauer“ und dann haben wir das auf der Bühne gespielt. Oder etwas Vorgesagtes darstellen z.B. „feine Dame“. Oder das „Einfrieren“... Josch: „Freeze“ , man muss in der Bewegung stehen bleiben. Da haben viele am Anfang auch Quatsch gemacht und blieben auf einem Bein stehen und fielen dann um. Aber jetzt klappt es ganz gut.
Proben speziell zum Stück...
Finn: Sie sagt uns, wie wir eine Szene beginnen sollen und die ist ein Teil vom großen Auftritt. Ole: Wir haben bestimmte Plätze auf der Bühne festgelegt von bestimmten Sachen, also dort ist das Schloss, dort ist der Weg..., das bleibt so auch bei der Aufführung. Josch: Wir haben schon eine Szene gespielt und Texte dazu selbst ausgesucht und dann geprobt.
Übungen zum Kennenlernen...
Finn: Wir machen verschiedene Spiele, wo wir alle zusammenfinden und uns kennenlernen. Ole: Ball zuwerfen und dann den Namen vom anderen sagen. Man konnte sich Quatschnamen überlegen, dann hat man den Ball zurückgekriegt: „Nix da!“ Josch: Namensspiele mit dem Ball. Jetzt kennen wir alle Namen von allen Kindern. Es sind ungefähr 15, letztes Mal waren elf da.
Wie man davon erfahren hat....
Finn: Über einen Zeitungsartikel und Mama kannte die Lisa. Ole: Ich habe einen Zettel von der Klassenlehrerin bekommen und ich dachte das wäre ja auch ganz gut, weil ich ja schauspielern will. Josch: Ich habe in der Zeitung gelesen, dass meine zwei Freunde mitmachen und dachte, ich probier mal, ob das etwas für mich ist und dann war das gut und dann hab ich da mitgemacht.
Das gefällt mir am besten...
Finn: Sehr gut gefallen hat mir die Stilleübung mit den Bierdeckeln. Ich lag auf dem Rücken am Boden und drei Kinder haben sanft Deckel auf mir abgelegt, ganz ruhig. Das war schön. Aber mir gefallen auch die Spiele wie „Krankenfange“. Ole: Eigene Szenen entwerfen, Ideen zusammen durchsprechen und dann entscheiden, wer was spielen soll. Später wird dann gewechselt und wer Räuber war, wird dann abgeraubt. Josch: Das mit den Bierdeckeln hat sich angefühlt wie der eigene Körper und als sie weg waren, wars ganz komisch. Das war eine Übung zum Ruhe finden und behalten.
Dieser Artikel ist erschienen in der Juni-Ausgabe des Kulturkatalysator: Kunst- und Kulturverein Künstlergruppe immodestia e.V. Maxstraße 1 - 71636 Ludwigsburg
Bilder vom Theaterprojekt "Die Prinzessin auf der Erbse"
Hier sehen Sie kleinen Einblick in die Proben für „Die Prinzessin auf der Erbse“.
Theaterpädagogisch werden hier Themen wie Gewalt, Mut, Hoffnung, Liebe aufgearbeitet und umgesetzt. Es ist eine Gruppe aus quicklebendigen Kindern, die phantasievoll spielen und auch selbständig Texte in vorgegebenen Rahmen entwickeln. Es ist interessant zu sehen, wie sich das Schauspiel positiv auf die Persönlichkeiten auswirkt.



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